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Dauer & Zeit und Frist

13 kurze Feststellungen bagonalistischer Prägung über das suspekte Wesen der Zeit.

Jeden Monat eine neue Auseinandersetzung

IfBag.’14-J (IV. Staffel) 85 <Oktober>

 

Raumzeit, Gezeiten & Dauerfallen

Rinnendes wird sich irgendwann abgeronnen haben, Rennendes abgerast, und der Rest ist endgültig als vertan einzustufen. Sogar der Schöpfer scheint keine Ahnung zu haben, wie lange die Zeit noch andauern soll; denn ER hat es anscheinend nicht eilig: Ganze sieben Tage für eine einzige Welt – da kann man sich ausrechnen, wie lange es mit dem enormen Kosmos dauern kann. Jedenfalls scheint die Zeit vorerst kaum ernsthaft befristet zu sein, abgesehen von ein paar geschickt in die Unendlichkeit verteilten Schwarzen Löchern, diesen Mülleimern des Universums, Horrorszenario für Materie und Blasphemie: Gewaltiger Gezeitenstau, ohne Tempo auf Null zusammengedrängt … keine Substanz, gar nichts – bloß massenhaft auf den Punkt gebrachter Abfall. Die Staubsauger des Himmels mögen zwar paradox sein, trotzdem sollten wir höllisch aufpassen, in welche Löcher hineinzustolpern ratsam ist; falls wir vorhaben, unser Dasein gemütlich weiter zu verpendeln.

Dauer & Zeit und Frist

13 kurze Feststellungen bagonalistischer Prägung über das suspekte Wesen der Zeit.

Jeden Monat eine neue Auseinandersetzung

IfBag.’14-I (IV. Staffel) 84 <September>

 

September – Zeitverlust, Sollte-Haben-Konto & Lichtlimit

Die Zeit ist zwar unser Vehikel, doch keinem Zügel gelingt es, sie zu hemmen. Sie mag unser Eigentum sein, lässt aber alles, was ist, verschlampen. Es gelingt einfach nicht, das HABEN dauerhaft zu besitzen – die Zeit enterbt uns automatisch. Was man sich selber nicht antun möchte: die Zeit tut es. Sie besitzt die Eigenschaft einiges zu historifizieren – jedenfalls gelten die Gebeine als gesichert.

Betrachtet man hingegen die Angelegenheit als Dauer, stellt sich heraus, dass diese darauf ausgerichtet ist, ABZUWARTEN was mit der Zeit passiert. Was sich in die Länge ziehen kann. Und sich zudem kaum lohnt; denn je schneller wir warten, umso zögerlicher vergeht die Zeit. Das Weilen schmilzt beim Rasen und sobald man Lichtgeschwindigkeit erreicht, wird Zeit gleich NULL. Verlockende Vorstellung: Die Zeit hat keinen Wert!

Wäre Licht zeitlos, begünstigte dies rasche Erleuchtungen.

„Mehr Licht“ hat schon Goethe gefordert und ist gewiss über seine Zeit hinaus in Erinnerung geblieben.

Dauer, Zeit & Frist

13 kurze Feststellungen bagonalistischer Prägung über das suspekte Wesen der Zeit.

IfBag.’14-H (IV. Staffel) 83 <August>

 

Dauerstress, Zeitzünder & Lebenslauf

Der Ozean hat Dauerwellen; Halbzeiten sind Reste; Pausen sind befristet; nur noch wenige Momente gehören zur Pünktlichkeit; der Zeitpfeil spießt die Dauer ständig auf; Zeit bemächtigt sich der Psyche; mit der Geburt beginnt die Vergangenheit; ungünstige Dinge haben in ihrem Verlauf die lästige Angewohnheit zu geschehen; und so weiter und so fort.

Weile für Weile verpendeln sich die Uhren. Gnadenfristen werden auf Pünktlichkeit getrimmt, Lunten gekürzt und Akkordzeiten auf Effizienz justiert. Für Höchstleistungen steht kaum noch Zeit zur Verfügung, und so weiter und so fort.

Unsere Zeit? Von wegen! Nichts als Propaganda!

Trotzdem haben Zeiten mal Gutes für sich, mal Schlechtes an sich – und weder das eine noch das andere ist langfristig von Dauer. Nur die Hoffnung dauert länger.

Dauer & Zeit und Frist

13 kurze Feststellungen bagonalistischer Prägung über das suspekte Wesen der Zeit.

Jeden Monat eine neue Auseinandersetzung

IfBag.’14-G (IV. Staffel) 82 <Juli>

Collagen-7

 

Zeitbehälter, Fortdauer & Geldpflege  

Zeit ist zwar Geld, aber keine Bank geht das Risiko ein, es aufzubewahren. Das materielle Gewimmel drum herum wird zur Scheinveranstaltung: Die Zeit, die Zeit!

Die scheinbare, die wir messen; die anscheinende, die wir vermissen; die unscheinbare, die bloß dauert; die erscheinende, die amtiert: Die Zeit!

Als obdachlose Substanz (mit Scheinen nicht zu schmieren) ist die Zeit ein scheinloses Etwas ohne Anfang und Ende – aber voll von dramatischem Gehabe, wenn wieder einmal ihr großes Finale vorausgesagt wird: Die Zeit!

Was ist von der Zeit übrig geblieben? Sollte schon so viel von ihr und in ihr passiert sein? Was kostet ein Zeitabschnitt? Kann man Zeit für die alten Tage zur Seite legen? Wie viel Zeit gibt es überhaupt und wohin wird die verbrauchte entsorgt?

Die Zeit: Ein hinterfragliches Schattenspiel lauter Scheinwerte.

Das Institut für Bagonalistik meint: Die Zeit ist extrem unberechenbar – und viel zu relativ!

Dauer & Zeit und Frist

13 kurze Feststellungen bagonalistischer Prägung über das suspekte Wesen der Zeit.

Jeden Monat eine neue Auseinandersetzung

 

IfBag.’14-F (IV. Staffel) 81 <Juni>

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zeitverschiebung, Gegendauer & Fristlosigkeit

Ihrem Verweilen in der Gegenwart fehlt es an Präsenz und als in ihrer Zeit kaum Vorhandene sind sie als Zeitgenossen nicht existenzberechtigt – lässt die öffentliche Meinung im Zuge der Aktion <Anachronisten raus> verlauten, ja, weil diese …während der Zeit, in der sie als anachronistisch registriert werden, mit derselben kaum zu erfassen sind. Demnach verweilen nicht kompatible Individuen in neumodischer Zeit, wo sogleich ihr anwesender Aufenthalt relativ unsachliche Aktualität erlangt.

Was soll’s, nach wie vor gehen Uhrwerke vor und nach – der abschwenkende Zeitgenosse muss sich deswegen nicht hinten anstellen! Oder?

Andersdenkende sind Anachronisten, kundtuen die Chronisten! Das heißt Schlagzeilen bestimmen gottähnlich über die Berechtigung von nicht synchronisierten Abweichungen.

Ergo: Turbulenzen um die zurechtgemachte Wirklichkeit subjektivieren das tatsächliche Geschehen. Nur Gottes Uhr schlägt richtig. Zu!

 

Dauer & Zeit und Frist

13 kurze Feststellungen bagonalistischer Prägung über das suspekte Wesen der Zeit.

Jeden Monat eine neue Auseinandersetzung

 

IfBag.’14-E (IV. Staffel) 80 <Mai>

 

 

Wiege, Bahre & Formulare

Zeitgenossen pflegen Zeitungen zu lesen. Diese stellen dringende Momente dar. Der Jahreskalender muss immer frisch sein, denn er dauert ja nur von Januar bis hierher – darüberhinaus sind abweichende Berechnungen apokryph.

Wir werden vorwiegend von legalen Zahlen gefesselt und mitgezogen.

Zu Wüsten in Mengen verronnen, verschwindet prunklos das Abgezählte im Treibsand der Vergangenheit – der Poet versucht, die Lage zu beschwichtigen, aber der Ernst der Sache führt zur Schlussfolgerung, dass die Wüsten die Sanduhren der Zeit sind.

Der Kalender protokolliert. Verlorene Zeiten sprechen Bände über Termine, die ständig zur Aktualisierung der Öde beitragen. Zeitungsenten schnattern vielen Zeitgenossen ins schlichte Gemüt und sagen Unbedingtheit voraus.

Der Alltag ist zwar gesichert, aber Verlass ist bloß noch auf die chronische Beständigkeit der entschwindenden Augenblicke des Glücks.

Dauer & Zeit und Frist

13 kurze Feststellungen bagonalistischer Prägung über das suspekte Wesen der Zeit. Jeden Monat eine neue Auseinandersetzung

IfBag.’14-D (IV.Staffel) 79 <April>

Dauerzustand, Zeitspanne & Stillstand

Haben wir Zeit? Kaum! Aber die Zeit hat uns. Sie ist unser Schicksal. Zaudern wir dennoch nicht länger, dem Zeitgeschehen auf die Schliche zu kommen. Alles ist eine Frage der Zeit, obwohl auch sie, angesichts der zu erwartenden Antwort, fraglich erscheint. Was stellt sie sich eigentlich vor – nach wie vor? Die Zeit wiederholt sich doch ständig und verspricht dauernd: Später, später, später…

Wäre die Unaufhörlichkeit befristet, so hätte sich die Fortdauer kaum über Äonen erstrecken dürfen; und die Zeit wäre handlicher.

Aber nein, sie dauert ewig und dauert und dauert, und lässt Antiquitäten heranreifen – eine Langfristigkeit, die sich hätte lohnen sollen – doch leider beschränkt uns anhaltender Zeitmangel auf die Gegenwart. Die Zeit mag an und für sich lang sein, aber ihre Länge artet bloß in andauernden Selbstzweck aus.

Da gibt es nur eins: Bremsen, verzögern – nicht los lassen, wenn es um das eigene Schicksal geht. Und immer wieder das Zeitliche prophylaktisch segnen; bis jemand die Zeitfrage zu beantworten versteht.

Dauer & Zeit und Frist

13 kurze Feststellungen bagonalistischer Prägung über das suspekte Wesen der Zeit. Jeden Monat eine Auseinandersetzung!

 

IfBag.’14-C (IV.Staffel) 78 <März>

 

Zeitkunde, Ladenschluss & Gnadenfrist

Die Zeit brachte es nur deshalb zum eigenen Begriff, weil es den Umgang auf Dauer nach einer Währung gelüstete – Stunden> Minuten> Sekunden. Es zählt sich aus. Allerdings zeigte sich, dass der Zeitwert vor allem von den Sekunden (diesen gierigen Termiten) zielstrebig aufgefressen wird. Arme Dauer! Die Zeit hat die Termiten. Knappheit droht!

Diese Währung gilt seit Anbeginn als von Inflation befallen und muss fortwährend an kontinuierlich steigender Minderung leiden – so die Befürchtung.

Lösungen, Entscheidungen müssen her! Was tun?

Wenn wir mit der Zeit gehen sollten, sind wir auch nicht mehr von Dauer – und schauen ganz schön alt aus, wie festzustellen ist. Allerdings kommt es uns vor, als dürften wir über ein virtuell lockeres Zeitkonto verfügen. Auch wenn es von Schädlingen laufend über Gehabt-Haben zu Soll dezimiert wird, sind wir trotz allem halbwegs flüssig im habituellen Umgang damit; jedenfalls solange die uns eingeräumte Galgenfrist das Konto nicht löscht.

Zeitlos sein ist das bessere Los.

Dauer & Zeit und Frist

13 kurze Feststellungen bagonalistischer Prägung über das suspekte Wesen der Zeit.

Jeden Monat eine Auseinandersetzung!

 

IfBag.’14-B (IV.Staffel) 77 <Februar>

Schneckentempo, Dauerlauf & Auszeit

Das Gewesene ist gewesen ehe sich das Ungewesene zu werden bemüht haben würde. Die werdende Zeit wird erst gewesen sein, wenn in gewordenen Zeiten das Gewesene west.

Fazit: Nichts war, bevor es nicht wurde.

Dennoch stellt der Übergang zwischen WAR und WIRD ein Hindernis dar. Wie das? Zeit gleitet zwar über das Gewesene ins Werdende hinüber, stolpert aber dauernd über das Akute. Das Dasein scheint der Zeit lästig zu sein.

Möge sich doch das brisant Hastige bleiern dahinschleppen und nicht eisern auf SCHLUSS beharren. Vergebens! Uhrwerke verlegen ständig ihre Sekunden, zählen geizig die Minuten und schlagen stündlich um sich. Der Versuch, das JETZT zu ebnen und auszudehnen, ist demnach zum Scheitern verurteilt.

Punktuelle Anwesenheit ist absurd – behauptet das Kommende.

Dauer & Zeit und Frist

13 kurze Feststellungen bagonalistischer Prägung über das suspekte Wesen der Zeit

Jeden Monat eine neue Auseinandersetzung

IfBag.’14-A (IV.Staffel) 76 <Prolog + Januar>

 

Vor- & Nachwort, Querzeit

DIE ZEIT – sicherlich ein Hirngespinst, völlig aus der Dauer gegriffen um Fristen durchzusetzen. Bis in alle Ewigkeit dauert die Zeit nur, solange sie vergeht – darüber hinaus gibt es das Ding Zeit nicht. In Zahlen zerlegbar und ohne erkennbaren Nachschub vertickt sich die Zeit. Nimmt sie ab, nimmt sie zu?

Die Zeit stellt eine Ewigkeit aus der Sicht eines Augenblickes dar.

Der Augenblick selbst kann eine Ewigkeit dauern.

Mit sich selbst verglichen dauert die Ewigkeit bloß einen Augenblick!

Dauer, Zeit, Frist – alles lästige Daseinsbegleiter, die den Schlaf jedoch kaum beunruhigen dürften, denn im Traum wird Zeit, Dauer und Frist in großer Menge überwunden. Im Traum wird zwar das Sein verpulvert, aber auch beflügelt. Im Traum überfliegen wir Zeiten, die niemals stattfinden.

Wie man es auch dreht, die diversen Betrachtungswinkel bezüglich des Phänomens ZEIT sind stets Träger von PRO oder KONTRA. Das Institut für Bagonalistik versucht, mit Hilfe diverser Querbeobachtungen die chronische Widersprüchlichkeit dieser Wesenheit darzulegen.

Davor, Jetzt & Danach

Wenn heute gestern morgen war, wo bleibt das JETZT?

Was hat denn überhaupt Bestand? Ja, was ist dieses so genannte JETZT?

JETZT stellt den alles zu vergegenwärtigen bemühten Augenblick dar, den es nicht gibt. Endlos im Einsatz überschlägt sich das JETZT gleich nach seiner Entstehung, um Anhäufungen von Gegenwart zu unterbinden.

Was für eine Verschwendung von Plötzlichkeit!

Dennoch präsentiert sich JETZT als Moment einer Vergangenheit zu werden drohender Zukunft.

Steter Tropfen läppert sich zusammen und bildet unser JETZT. Mehr ist nicht drin.

Quintessenz (Definition 162):

Die ZEIT ist Gottes aufschlussreichste Leistung hinsichtlich Festlegung eigener Erschaffung – die Entstehung des Bagonalismus schlechthin.

 

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