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Staffel 6 (103)/ 14

Die Trächtigkeit des Nichts –

(Fragment 13 von 17)

Ein Buch von Nicolai Sarafov

Mythos kontra Schwachsinn

Wir finden uns mehr oder weniger damit ab, dass wir aus dem Etwas stammen, das aus dem Nichts entstand. Anstandshalber sollten wir dem Produkt mehr Aufmerksamkeit schenken: Welche Stilblüten hat die Schöpfung dem Universum beschert?

Diese Frage betrifft einen weit größeren Raum als die Lichtgeschwindigkeit ausfüllen könnte. Notgedrungen müssen wir unsere Sicht einschränken – bis zum eigenen Horizont. Auf der Strecke zwischen uns und unserer so verkürzten Weitsicht bäumen sich Menschen auf und tummeln sich Schaulustige. Werte bleiben links liegen.

In der schillernden Gesamtpracht geht das Diskrete zwar unter, es kennzeichnet aber keinesfalls den Untergang des Individuellen. Das unbedingte Zeichen für rätselhafte Eigenheit ergänzt das Erscheinungsbild wuchernden Bestehens.

Gottlob steht der Welt jedoch ein großzügiges Angebot an Charakteren zur Verfügung.

Reichlich Gebrauch davon machen viele – bevorzugt der Fantasie entsprungene Geschöpfe. Nicht wenige aus dieser Produktion bemühen sich um solch gute Taten, die einer kontraproduktiven Realität wohl kaum in den Kram passen würden. Diese Gestalten zählen zu den fiktiven Kreationen der Menschheit – vorwiegend für Notzeiten: nämlich die Helden!

Ein Held entspricht der Definition dessen, was in der jeweiligen Kultur als vortrefflich gilt. Helden, meist verklärt und idealisiert, sind saubere Charaktere, moralisch unantastbar, gesellschaftlich tadellos und haben deswegen wohl niemals wirklich existiert – im Gegensatz zu den Katastrophen, die sie abwenden oder bewältigen sollten. Wenn es brennt, hofft und wartet man auf Helden – man selbst kennt sich ja mit Feuerlöschern nicht so aus.

Je imaginärer der virtuelle Retter aus der Not, desto mehr Werte besitzt die ihm zugeschriebene Echtheit. Zumindest im Reich der Fantasie gibt es Menschen, die schwer in Ordnung zu sein scheinen!

 

One Response to “Die Trächtigkeit des Nichts – 14 / 17”

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