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Partikulärer Grosszug

Der GROSSZUG des Bagonalismus

Die permanente Parade und ein paar Orthopäden

 

Zweite Staffel

QA (BF)2 26 <weit gezogene Konsequenzen>

 

 

Didaktische Einleitung:

Eventuelle Leser,

dieses Schreiben könnte leicht als Zumutung aufgefasst werden, sich da überhaupt durchlesen zu sollen, dennoch werde ich versuchen die Komplikationen zu reduzieren.

Es vermischen sich zwei Perspektiven: Einmal ist es die kühle Distanz des Allumfassenden und auf der anderen Ebene sind es die subjektiven Betrachtungen eines unmittelbar Beteiligten aus seiner klaustrophobischen Sicht.

Wie vorausgesehen geschieht eine gleichzeitige Vermischung beider Fluchtpunkte und das Ergebnis sorgt für Verwirrung und verlangt nach Klärung. Beides erübrigt sich, wenn man das Ganze nicht liest. Ich betrachte diesen Beitrag als wortspielerische Impressionen im Sinne von bagosophischen Seitensprüngen.

 

Im Blog QA (BF)2 26 GEHT es NICHT um die orthopädische Macht über Umzüge, Paraden, Aufmärsche, Demos, Fackelzüge, Kreuzzüge und Massenkundgebungen. Es dreht sich hier um eine in ad absurdum geführten Sonderform des Defilierens: der GROSSZUG des BAGONALISMUS, bekannt auch für die Unterstützung der These, dass die Anhäufung von Quantitäten, die sich in qualitativen Veränderungen manifestieren, eine Prothese für das erhoffte Verständnis der Leser sein könnte. (Hegel lässt teilweise grüßen). Man denke vielleicht an den Eindruck dabei, den eine simple Zweimannparade hinterlässt, und den eines Aufmarsches von Zwanzigtausend Masseuren. Der Unterschied in der Qualität liegt in der Quantität. Logisch.

 

Inmitten des Groß-Umzuges befiel mich die Frage, ob die Teilnehmer der Parade im Einzelnen zu ermitteln sind oder die Selbige durch die Gleichen erst massiv erscheint? Diese Frage charakterisiert den Dualismus der oben angesprochenen Situation, ist aber als solcher erschwert zu erfassen.

Warum: Da ich direkt im Ameisenhaufen stecke, vermisse ich die Vogelperspektive um den göttlichen Überblick zu bewahren. Das will heißen, dass ich als geradewegs Beteiligter distanzlos feststellen muss, was mich so heiter bedrückt.

Wiederum von Oben betrachtet scheint mir der Bagonalismus durchaus berechtigt den GROSSZUG in Bewegung zu setzen. Sofort wie möglich.

 

Aktuelles Vorwort:

Das HEUTE ist zur Tagesordnung getragen worden und abends zu Grabe. Alltag ein, Alltag aus: Ganz so wie es der Zeitplan vorbestimmt hat.

Das Heute ist eigentlich ein Dazukömmling in die fortwährende Geschichte der Zeit. Der Moment, der sich HEUTE nennt ist so aktuell wie es nur seine Wiederholung in gestern, vorgestern, letzte Woche und damals sein kann. Ja, damals zog sich jene Parade hin, die sich im Wesentlichen von der davor und dieser danach kaum unterschied.

Also das HEUTE! Im Heute häuft sich Stunde für Stunde ein ganzer Tag an. Jeder Tag, der mit HEUTE beginnt ist aktuell. Das ist einer der Rahmen in dem der Großzug des Bagonalismus stattfindet.

In der kurzen Spanne zwischen Aufstehen und Aufmarsch bereiten sich die Teilnehmer vor. Das allgemeine morgendliche Ritual wurde nie geändert (vielleicht abgesehen davon, dass mal einer das Handtuch wegwirft).

HEUTE entfaltet seine Stunden.

Sisyphen drängen sich zu Hauf.

Orthopäden betreten ihre Praxen.

Paparazzi schärfen die Optik.

Quantitäten häufen sich an.

Abertausende verdichten sich zu Massen.

Der GROSSZUG läuft an, zieht sich hin und setzt sich fort.

Man hätte einen grandiosen Überblick könnte man über die gesamte Pracht der Bagonalitäten schweben.

Viele wunde Mitläufer würden im Nachhinein für einen plötzlich ausbrechenden Streik der Orthopäden minimales Verständnis haben.

 

Grobe Zusammenfassung am Wahltag:

Freilich steigt manchem seine persönliche Weltsicht zu Kopf um das eigene EGO zu alarmieren, zieht aber dieses mitsamt seiner Einmaligkeit im Strom der Verallgemeinerung zurück. Im Einklang mit defilierenden Mengen wiederholt sich die Problematik des jeweiligen Stroms der fort seinem gleicht und nie selbst sein kann.

Zwar kann kein fremdes ICH die Bürde anderer sein, doch im Großzug der menschlichen Art und Weise kommt sich einer ziemlich oft vor. (Aus der Vogelsicht der Macht ist jeder Masse). Na ja, da könnte praktisch jeder jedem einen Spiegel vorhalten in dem sich Kopien vermengen, die dem ähneln, der darin erkannt wird. (Für dreißig Silbernike kann man alle wählen). Man geht mit; man ist ein Mitläufer im Getriebe der Prozessionen und hat eine Stimme?

So oder so eine hundertmal wiederholte Kopie wird wahr, unkenntlich zum Original gestempelt und erkennbar als Plagiat verdrängt. Die ERSTE Wahl ist das nicht, aber in den Urnen kommt schließlich doch der ERSTBESTE zur Geltung. Wenn man einmal seine Stimme abgegeben hat, fragt dann jemand danach, ob man vielleicht etwas zu sagen hätte?

 

Nicht, dass sich hie und da mal keine Panne ereignet, sondern empfehle sich wo immer auch möglich eine zu vermeiden. Man kann die Wogen der Massen nicht sich selbst überlassen, sonst ufert die Parade aus. Der Strom muss kanalisiert sein. Zärtliche Manipulation, humane Propaganda und aufopfernde Werbung sind zwar traditionelle Begleiter eines Großzuges, allerdings benötigt er sensible Führung mit überzeugendem Kontingent an Eigennützigkeit. Auch maßvolle Bestechlichkeit sichert die Schmiere. Die Führung der Karawane wird dadurch salonfähig und bewegt sich eleganter unter Gleichen. Kaum aus den schlammigen Gezeiten die Konsequenz gezogen, bietet die brüderliche Prominenz Strandgut des Wachstums inklusive Brot und Spiele an brave Sisyphen an. Der alltägliche Wellengang muss wasserdicht gesichert sein, heißt es.

Teile der Parade werden verkauft.

Profit winkt und alles läuft bestens.

Der GROSSZUG des BAGONALISMUS ist ausgebucht.

Prolog:

Die Parade (Fackelzug, Umzug) erfasst den alten Wunsch der Tradition, in der jeweiligen Gegenwart vorzukommen.

Historische Bagonalitäten ziehen an uns mahnend vorbei, während Reproduktionen davon vorausgesagt werden. Die Gegenwart, als Kopie zur Kenntnis genommen wird nach dem heutigen Tag aktenmäßig abgelegt. Viele Füße schleppen sich zum Orthopäden, denn morgen droht ein neues Heute.

(Das seien die nackten Tatsachen. Ich nötige mich nachzufragen wozu dann eine Vergangenheit, wenn sie in ihrer Zukunft erneut vorkommt? Blöde Frage, meint die Antwort, die Vergangenheit ist die Tradition der Zukunft. Also, obwohl für Bagos Großzug Tradition einiges bedeutet weil schon immer gewesenes gewesen und unterwegs sauber geblieben, und der Bago selbst die nackten Tatsachen neu zu gestalten bemüht ist, lässt sich schlussfolglich nicht verneinen, dass die Zukunft auch nicht mehr das ist, was sie einmal war).

 

Sisyphos und die Kreisverwaltung — erstes Nachwort:

Der Mensch kommt als Stilblüte zur Welt. Er wächst im Großzug auf. Die Stilblüte wird artikulierter. Sie wird erwachsen. Der reife Mensch bekommt einen Stein den er schieben soll. Derjenige, der immer wieder zu seinem Stein zurückfindet, widmet sich schließlich dem geregelten Dasein. Ein geschlossener Kreis oder ein Kreisel?

Man spricht auch von Kreislauf. (Der Kreis um die Erde ist auch rund gelaufen).

Im Großzug schließt sich der Kreis und bringt sich auf den Punkt.

Noch ein Punkt: Stellen Sie sich unseren Planeten vor, mit seinen Milliarden ICHs besprenkelt, die sich im Uhrzeigersinn drum herum bemühen nicht aus den Reihen zu tanzen. (Umgekehrt wäre die Dauer gestört). So, und stellen Sie sich inmitten der Sternenkluster die Erde als Punkt im Universum vor. Wären da nicht die Einzelheiten außer Sicht, (somit aus dem Sinn) und als Folge ziemlich egal für den Betrachter?

So stelle ich mir auch Gottes Beobachtungsstation vor: Alles Punkte im großartigen Plan der allumfassenden Schöpfung. Ich frage mich, wie um Himmelswillen seine Beförderung zum Erschaffer des Universums auf seine Versicherung einen detailgetreuen Überblick von jedem und allem zu gewährleisten, sich mit der neuen Anstellung vereinbaren lässt?

 

Epilog:

Auf Grund der gegenwärtigen Schnelllebigkeit kann man in relativ kurzer Dauer ein dementsprechend hohes Alter erreichen, in dem als Folge und innerhalb einer Lebensspanne HISTORISCHE Zeiten vorbei marschieren.

(Als mein Gedächtnis zu funktionieren begann, haben am Bahnhof Pferdekutschen auf Fahrgäste gewartet. Danach kam der Kommunismus und ist wieder gegangen. Jetzt wiederholt sich der Frühkapitalismus in den befreiten Nischen. Man kann nicht mehr simpel von Technik reden – es ist ein HI-TECH-Wunder, das uns zum Mond brachte und in den letzten Dekaden das Gehirn überschwemmt hat).

Die Beschleunigung des geschichtlichen Ablaufs bestimmt die Geschwindigkeit der Prozession. Während sich früher der Himmel Zeit nahm unsere Spaziergänge zu belauschen, meint heute jeder Vorstandvorsitzende Gott an seinen Hoden gepackt zu haben.

Um dies richtig zu verstehen brauchen wir nur den Abstand zwischen damals und heute zu notieren, behutsam die Epochen vergleichen und ohne Panik sich dahin begeben, wo die Versicherung ihr Wort seltener bricht.

(Nun, das Altern ist eine schlechte Angewohnheit, die man zunehmend nicht los wird je später der Abend, aber die Abfindung dagegen besteht darin, dass schon ein und die selbe Generation Chancen bekommt, gemachte Fehler wiederholen zu dürfen. Summa summarum nimmt man im gemeinsamen Umzug das Leben leichter, insbesondere wenn es einem nicht gehört).

 

Die gute Nachricht ist, dass der IQ gezwungen wird auch den letzten Schmuddel der geistlosen, massenhaften Überschwemmung der Geschmacklosigkeit über sich ergehen zu lassen, als Beständigkeit dessen, was noch zu beanstanden nicht massiv gewagt wird.

Der Nachrichtenwert der Auswirkungen verbirgt sich im verschollenen Wert der Nachrichten.

Das bleibt aber unter uns.

 

(Scheinbar komplizierte Dinge könnten ohne weiteres unverständlich einfach sein, wenn das Institut nicht auf der Suche nach simplen Lösungen wäre. Da die Voraussagbarkeit des Wachstums demoskopisch schwer geworden ist und die Gewissheit, wie viel Rente man in fünfzig Jahren beziehen wird, verloren ging, schlägt es eine geläufige Formel vor, die ein wenig umgestaltet durchaus als Sonderangebot akzeptiert werden kann):

Von der Wiege bis zur Bahle — bagonale, bagonale.

 

Nachtrag zur Einleitung:

Am Institut für Bagonalistik ausgearbeitete Alternativen oder die, zum Dauerziehen geeignete Konsequenzen: Den GROSSZUG des BAGONALISMUS distanziert und genau beobachten, fehlendes ergänzen, verschwiegenes der Lüge bezichten, konstruktiv bagonalisieren, oder Gift darauf nehmen, sich anschließend würdig und haarsträubend unauffällig entfernen, sein mit gemeinnützigen Tatsachen getränktes Schicksal zurückziehen, ein Opfer der Zeit formlos anmelden, verbitterte Stunden genießen, Wochen verdauen und weinen, weinen, weinen…

danach Schwamm drüber.

 

Definition 7

Als zeitlose Satire erkennbar, ist Bago motiviert, der Schizophrenie des Ideologismus durch die Ideophrenie des Bagonalismus entgegen zu wirken.

 

One Response to “Der Großzug des Bagonalismus”

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