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Keine Woche ohne Donnerstag

von Nicolai Sarafov / Institut für Bagonalistik / 52 Seitige Graphic Novel

Ist das Auftauchen einer Kreuzung zur rechten Zeit am rechten Ort, auf der rein zufällig eine Begegnung stattfindet, über jeden Zweifel erhaben?

Anscheinend schon, denn das Buch „Keine Woche ohne Donnerstag“ erzählt die Geschichte einer derartigen Begegnung.

Seite 7

DONNERSTAG

Doch wie die Woche es anscheinend zweckmäßig erwogen hatte, belebt sich die Kreuzung erst an diesem Tag. In verträumter Unachtsamkeit.

Seite 8

Klaus und Esel – Sprechblasen:

Klaus: Oh, Verzeihung …

Esel: Nix für ungut, ich war auch nicht ganz bei mir! Übrigens, welchen Tag haben wir heute?

Klaus: Eigentlich Donnerstag, wenn ich annehmen darf, dass gestern Mittwoch war …

Esel: Wer hätte das nicht angenommen!

Klaus: Gewiss, gewiss … wohin des Wegs, Esel?

Esel: Hm, nenne mich einfach Donnerstag! Das bin ich heute. Und wie heißt du?

Klaus: Klaus, nur Klaus! Tja … glaube, ich muss jetzt weiter.

Esel: So, musst du? Dann komme ich mit!

Klaus: Eigentlich habe ich das nicht … hm, Donnerstag … ich habe noch viel zu tun und …

Esel: Das spielt jetzt keine Rolle mehr, Klaus! Also, gehen wir?

Seite 9

Titel

Seite 10 + 11

Esel: An der Kreuzung haben wir uns bereits gegenseitig vorgestellt. Naja, dazu gehört ja auch nicht viel. Ich bin also ein Esel … aber nicht immer! Jedenfalls ist Donnerstag jetzt mein Name! Von Eselsgedanken geplagt traf ich heute an der Gabelung unserer Wege auf Klaus. Er schien in ähnlich plagende Überlegungen vertieft; allerdings in einer Variante, die bei Menschen eher in Brüten ausartet, als ob sie einen Vogel hätten.

Also nahmen wir den gleichen Weg. War schließlich egal welchen. Zu Anfang war Klaus leicht verunsichert, ob ihm das passen würde, aber manchmal muss man einen Menschen zu seinem Glück zwingen.

Soweit zu jenem merkwürdigen Donnerstag, an dem Klaus einen kaum alltäglichen Esel kennenlernte, nämlich – mich! Der Gute hat den Tag der Begegnung als Benennung für mich akzeptiert, um mich nicht mit Esel ansprechen zu müssen. Sehr sensibel, sonst wäre es fraglich geworden, wer hier der Esel ist.

Wie auch immer, Klaus soll jetzt in fröhlicher Verbundenheit mein Gefährte sein. Man könnte es auch Freundschaft nennen.

Ein Esel ist nicht leicht zu verstehen, aber auch Klaus ist keine gewöhnliche Erscheinung. Wenn ich im Folgenden kein normaler Donnerstag bin, aber sonst immer ein Esel – während Klaus stets Klaus bleibt, auch wenn er sich hier wie ein Esel aufführt – so wird offensichtlich, dass es personalbezogene Verwechslungen geben kann. Das Ganze ist zwar eine Eselei, aber eine verbindende, wie ich hoffe.

 

Klaus: Warum sind deine Augen rot?

Esel: Alles Schöne auf dieser Welt ist blau! Mein Augenblau ist halt rot.

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