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Historifizierungen

In eigener Sache

Es sind schon fünf von denen ich weiß, die mittlerweile meine Blogs lesen und denen möchte ich hiermit mitteilen, dass erst Mitte September mit Beitrag Nr. 31 zu rechnen wäre.

(Die Verzögerung ergibt sich durch die Eröffnung einer A. in T., bei der ich wieder R. zum Thema S. an die Wände hängen kann und darüberhinaus werde ich einen W. in P. (O.- see) leiten mit V. etc., um einigen K. über das Thema „Time machine“ Drucktechniken zu vermitteln. Danach ist ein Treffen in N. Y. mit Jörgen Geerds vereinbart, der bekanntlich wesentliches zum B. beiträgt. Anschließend besuche ich den Planeten Z. Zu Problem könnte die Rückfahrt werden, je nach dem, ob man es im Traum zu lösen versucht oder man beharrt darauf ohne Zeitverlust auf Dauer umsonst gelebt zu haben). Das wärs.

 

Auch die Götter WAREN unsterblich

 

Perpetuum Bago —

Historifizierungen

a. Historische Zyklen auf dem fernen Planeten ZILORIC

b. Verdichtung des Bago

 

 QE (BF)2 30| a <Zwist>

 

 Paradigmatische Auseinandersetzungen

oder

Beispiellose Konfliktbereinigung

oder

Alles schon dagewesen

 

 

1 A|  Es war einmal vor langer Zeit, also damals in tiefster Geschichte, als die Bluthorden der Fegetarianer am Nordufer des ewigen Stromes dem altinkarnierten Südufervolk der Taratori gegenüber standen und alle miteinander auf Verfeinerung ihrer Geschichte drängten.

Der Kampfplatz wurde eröffnet.

Daraufhin begingen beide Fronten gemeinsam den Fluss und stampften nach dem sich jeweils gegenüber befindlichen Widersacher. Doch tosende Gewässer spülten die Einheiten auseinander, zerstreuten Fegetarianer und Taratori nach dahin und dorthin. Allerdings erreichte keiner das Dort noch konnte jemand Da geblieben sein, denn die Strömung floss gleichsam in beiden Richtungen.

Die Fluten lösten alle am Zwist Beteiligten auf.

1 B|   Das war ein kurzer Bericht über diese eigenartige Begebenheit, sonderbar auch in versatiler Hinsicht, denn diese fand auf dem fernen Planeten Ziloric statt, als sich Fegetarianer und Taratori an beiden Ufern des sich gegenverkehrenden Flusses Solpidem ziemlich aufgebracht gegenüber standen.

Sofern sie ihn durchqueren wollten, um sich gegenseitig zu dezimieren, wurden die Kontrahenten gleichermaßen überflutet, nach links und rechts fortgeschwemmt und von der Brühe im Flusslauf restlos zersetzt.

1 C|   Die Schilderung des tragischen Auflösens von Kampfeinheiten zweier gegeneinander gehetzten, an sich friedlichen Völkern, bezog seinen Anfang an jenem schicksalhaften Tag vor langer Zeit, an dem die ineinander verkeilten Opponenten in einer merkwürdigen Soße jeweils die anderen zu zerringen versuchten und wäre der Universalverdünner nicht die meist aggressivere Komponente gewesen, kämen Taratori und Fegetarianer lediglich nass und ziemlich relativ davon.

Der Konflikt bliebe weiß Gott ungelöst.

1 D|  Um eine Kontroverse zu lösen benötigt man Lösungsmittel. Auseinandersetzungen pflegen dadurch bereinigt zu werden.

Der Fluss Solpidem trennte vor allem ideologisch den Planeten Ziloric in einer Nordhalbkugel und einer südlichen Hälfte.

Das Volk aus dem Norden empfand die Leute aus dem Süden als nicht berechtigt die bagonale Immunität gleichermaßen zu beanspruchen wie sie selbst erwähnter Immunität instand zu halten verstanden.

Die Bewohner der Südhalbkugel wiederum trauten kaum den anderen zu den heimischen interpräkativen Butaforismus gebührend würdigen zu wollen.

Die Trennung beider Planetenteile, die der mächtige Strom verursachte (er frisst sich kontinuierlich tief nach innen und fließt gleichzeitig Ost- und Westwärts, und zwar fortwährend zurück und wieder hin), vollzieht sich gänzlich bis zum Herz des Planeten und darüber hinaus.

Nur das Andenken an die Opfer hält Ziloric halbwegs im Kern zusammen — wie ein voluminöses Denkmal für fundamentale Erinnerungen, welche für beide Völker als verbindlich galten.

1 E|   Es ist die Erinnerung an Nordis und Südis, die eine ideologische Knacknuss zu bersten hatten und um den Konflikt zu bereinigen, standen sie sich irgendwann an beiden Ufern einer exorbitanten, restlos auflösenden Lauge beharrlich gegenüber und drohten parolenhaft mit verdroschene Gehirnprothesen. Ohren- wie Augenscheinlich reichte die schmuddelige Ausdrucksweise nicht aus, um die entstandene Problematik zu eliminieren. So wurde drastischer verhandelt und Führungskräfte einigten sich schließlich über Kampfmittel, die zugelassen werden dürften.

Wegen Verletzungsgefahr wurden traditionelle Ziegelsteine abgelehnt, dafür aber altbewährte Industriestaubsauger in sieben Meter Abstand von einander erlaubt.

So wurde anschließend und letztendlich der Zwist an der Grenze zwischen Nord und Süd im zwiespältigen Strom des Solpidem-Flusses ausgetragen und das Problem durch Verschwinden der Ursache wirkungsvoll gelöst.

Es blieben einige halbherzige Staubsauger übrig.

 

 

Wie der Morgen die Nacht beendet um wieder von ihr abgelöst zu werden, schwinden auch die Gezeiten der Dauer und fließen ins historische hinüber, einmal erhellt einmal verdunkelt, gleich dem Tag und der Nacht der gleichen Sache.

(Ja, und es gibt Zeiten, in denen am Leben zu sein nicht ratsam wäre).

Was diese Geschichte soll?

Abwarten!

 

 QE (BF)2 30| b <Jubiläum: Dreißig Beiträge und mehr Megalomanie >

 

 Antworten sind gefragt.

Gefragte Leser,

wegen eben dieser Ihrer Eigenschaft, sind Sie zweifelsohne dazu berechtigt seltener als sonst zu sein.

Wozu denn das?

Sie haben Nerven!

Es sind nämlich die Einschränkungen des Nichtöfteren, die gewisse Vorteile für zielgruppenlose Individuen einräumen und es ist auch gewiss nicht einfach den Bagonalismus des öfteren als selten erscheinen zu lassen, weil der Bago weltweiter im Geschehen ist als rar im Genuss. Insofern dürfen diesbezügliche Fragen nicht offen bleiben, denn es zieht.

 

Apropos

Die Geschichte, die sich auf dem fernen Planeten Ziloric zutrug, gehört zu der seltenen Art von Fakten, die man nicht auf jedem Planeten vorfindet. Der Bago ist zwar universal und vielfältig, obwohl manche Ereignisse auf zutreffende Örtlichkeiten als spezifisch beizuordnen wären, dennoch würden diese ebenso allgemeine Gültigkeit anstreben.

 

 1 F|   Vor sehr langer Zeit, auf einem Planeten außer Reichweite, haben sich zwei enorm gestritten. Die Fehde war ansteckend. Bald erkrankten alle an Streitsucht und brüllten sich gegenseitig an. Die Epidemie verbreitete sich in verheerenden Ausmaßen über dem Oben und Unten, sowie über den Osten und Westen, dem fernen Globus.

Dann kam (nehmen wir mal an) die kaum zimperliche Sintflut, die auf wirksamer Weise eine politisch und wirtschaftlich historifizierte Bagatelle in Belanglosigkeit auflöste. Gott sei Dank.

Bago wiederum guckte sich Wiederholungen an und bestellte das Tagesmenü für sechs Euro neunzig.

 

Zugabe

Das Bagoxicon (das populäre Nachschlagwerk für bagonal Interessierten) brachte auf Seite 414 der „Fragmente VII“ einen Auszug aus dem Lexikon, in dem unter B (wie Bagonalismus) sich welche die Mühe machten eben diesen zu historifizieren. Zwischen Bagnols-sur-Céze und Bagram drängt sich folgendes zum Ausforschen auf:

 

Bagonalismus(neologismus, bagonal), {kein Urspr.; im Sinne der Entstehung eines neuen Begriffes herbeizuführen erfunden, wahrscheinl. v. Prof. Nicolai Sarafov: vergl.: — bayerisch/bulgarisch; der-}, seit 1986 (Gründung d. <Institut f. Bagonalistik>, München), multikulturelle, interregion., philosoph.-künstler. Bewegung, die als Rückkoppelung auf die Institutionalisierung der Kultur, Markthörigkeit d. Kunst u. d. Zweckgebundenheit des IQ eine Hinwendung zum scheinbar Unsinnigen fordert. <Durch Unsinn bei Sinnen> wird zur höchsten ethischen Maxime einer Philosophie des „wogegen bist du dafür“ (vergl. — Bagosophie), die über Bild, Ton und Tat zu Wort kommt. Die „unerträglich gewordenen“ kommunist. u. die sich „selbstzerrüttenden“ dem.-konsum Ordnungen sollen kraft der absoluten künstler. Freiheit des Individuums als untauglich f. das <Überleben des Geistes> empfunden werden. In Literatur u. bildender Kunst wurden vorerst die aus der Eigenbefreiung von gewohnten Denkzusammenhängen gewonnenen Elemente zu neuen Synthesen verwandt. Parodien v. Real-Mustern, quergedachte Wortverknüpfungen und Spiele, absurde Inszenierungen, scheinbar alogische Assoziationen u. a. sind die bevorzugten Ausdrucksformen, wodurch „die Logik des linearen Denkens zu überwinden“ wäre. Die inhaltl. Aussage der Werke tritt gleichgestellt dem Spiel mit der Form in den Vordergrund als Fragment eines, sich zum Gesamtwerk sukzessiv verdichtenden Ganzen. Vorformen des B. finden sich im Dadaismus (u. a. während DADA den konkreten Verlust der Werte beklagt, macht der B. auf die „schleichende Korrosion des Geistes“ aufmerksam), bei Karl Valentin, Saul Steinberg u. a. Nach dem <Mauerfall> beeinflusste der B. die kulturelle Weiterentwicklung z. B. in Bulgarien u. a. Diaspora. Wichtigste Vertreter: Reiner Chairman, Dr. Nikotte Zwo, Salvatore Patata, Nicolai Sarafov, Emil Bojadjiev* (verstrb.2003) und Jörgen Geerds.

 

 Abriss

Auf Kulturträger aller Zeiten wirkt der Bago beruhigend gekonnt, dennoch harmloser als seine Historifizierung, die sich so darstelle, als wäre der Bagonalismus schon in die Geschichte eingegangen. Nun heißt es neulich dies sei eine Tatsache, allerdings ist er durch seine geschichtliche Trächtigkeit darin nicht vergangen und es tummeln sich mediale und sonstige Fachkräfte, denen über die Aktualität des Bago weitere Tatsachen von gehobener Qualität einfallen.

Fakt ist auch, dass die jeweils landesübliche Historifizierung des Bagonalismus durch Anhäufung von erwähnten Tatsachen zunimmt. Ab und zu bereichert sich auch die limitierte Öffentlichkeit an Vorstellungen darüber, wenn protokolliertes zur Brille geführt wird.

Gegenwärtig offenbart sich häufig die vermengte Seltenheit des „Bago für alle“ und es bestünde die Gefahr, dass im verzögerten Bewusstwerden der Menge seine exquisite Existenz sich verzehrt wiederspiegeln würde.

Nun denn, das wäre dann wiederum Bagonalismus pur.

 

 Definition 150 <neu entdeckt>

Der Bagonalismus ist nicht die Kunst schlechthin, sondern das künstlerische Leben, das auf diese Weise zum Vorschein kommt.

(Emil Bojadziev)*

 

Definition 150 wurde in einem Text entdeckt, der nach seinem Tod auftauchte.

 Wiederholungvon QB (BF) 27 „100% sind unseriös“

*Der Bulgare Emil Bojadziev, der liebe Freund, war in seiner Eigenschaft als studierter Philosoph (Schüler von Odo Marquard) der erste angewandte Theoretiker der Bagosophie. Nicht zuletzt war seine apostolische Tätigkeit in Sachen BRÜCKE ZWISCHEN DER EINEN EUROPÄISCHEN KULTUR von beispielhafter Hingabe benannt. Galerist, Vater, Balkanese und Denker – das war es, was er als Teppichhändler finanzierte, wenn er einen Kelim verkaufte. Emil war derjenige Freund, an dem der Aufbau eines gemeinsamen Gedankengutes nicht scheitern konnte. Es sind schon 18 Jahre her, als er mit dreiundfünfzig in die andere Welt umzog.

I remember Emil.


Definition 65

Es steht fest, dass der Bagonalismus der mittelbarste Ausdruck unserer historischen Zeit ist.

(Unbekannt)

2 Responses to “Historifizierungen”

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